Treverer und Römer - Die Gründung der Stadt

(5000 v. Chr. - 70 n. Chr.)

  • Die Brücke über die Mosel markiert den Ursprung der Stadt Trier. Zunächst war die Brücke vollständig aus Holz. Diese Rekonstruktion zeigt das Bauwerk im 2. Jahrhundert n. Chr. Abb.: Rh. Landesmuseum Trier, Lambert Dahm.
    Die Brücke über die Mosel markiert den Ursprung der Stadt Trier. Zunächst war die Brücke vollständig aus Holz. Diese Rekonstruktion zeigt das Bauwerk im 2. Jahrhundert n. Chr. Abb.: Rh. Landesmuseum Trier, Lambert Dahm.
  • Die Römerbrücke heute: Die Pfeiler des antiken Bauwerks sind standsicher.
    Die Römerbrücke heute: Die Pfeiler des antiken Bauwerks sind standsicher.
  • Das rechtwinklige Straßennetz der antiken Stadt - wie es auf dem Viehmarktplatz durch rote Pflasterung nachempfunden ist - verlief in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Foto: Stadtgeschichte
    Das rechtwinklige Straßennetz der antiken Stadt - wie es auf dem Viehmarktplatz durch rote Pflasterung nachempfunden ist - verlief in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung. Foto: Stadtgeschichte
  • Zum 2020. Geburtstag von Trier wurde zu Ehren des Stadtgründers, des "göttlichen Augustus" (Divo Augusto), eine Tafel in das Pflaster des Viehmarktplatzes eingelassen.
    Zum 2020. Geburtstag von Trier wurde zu Ehren des Stadtgründers, des "göttlichen Augustus" (Divo Augusto), eine Tafel in das Pflaster des Viehmarktplatzes eingelassen.
  • Diese Holzscheibe stammt von einem Pfahl der ersten Trierer Moselbrücke und kann mit Hilfe der Dendrochronologie auf das Jahr 17 vor Christus datiert werden.
    Diese Holzscheibe stammt von einem Pfahl der ersten Trierer Moselbrücke und kann mit Hilfe der Dendrochronologie auf das Jahr 17 vor Christus datiert werden.
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Trier. Der Name der ältesten Stadt Deutschlands geht zurück auf den keltischen Stamm der Treverer, dessen Territorium sich im ersten vorchristlichen Jahrhundert zwischen Maas und Rhein erstreckte. Die befestigten Orte der Treverer befanden sich zumeist auf Hochplateaus, doch wurden auch bei Grabungen in und um Trier keltische Gehöfte und Gräber entdeckt. Die sporadische Besiedlung der Trierer Talweite reicht sogar viel weiter zurück und ist archäologisch bis in die Jungsteinzeit vor rund 7000 Jahren nachgewiesen worden.

Als der römische Feldherr Julius Cäsar 50 v. Chr. Gallien eroberte, bekämpfte und besiegte er auch die Treverer. Diese erhoben sich später noch einmal erfolglos gegen die fremden Herrscher. Zur Abwehr dieses Aufstands errichteten die Römer 30 v. Chr. vorübergehend ein Militärlager auf dem Petrisberg bei Trier. Dessen Überreste sind das früheste Zeugnis römischer Präsenz im heutigen Stadtgebiet.

Nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs befriedete Kaiser Augustus das Römische Reich und förderte die Infrastruktur in den neuen Provinzen. Die Anfänge von Trier stehen damit in engem Zusammenhang: Im Zuge des Ausbaus ihres  Fernstraßensystems errichteten die Römer 17 v. Chr. eine hölzerne Brücke über die Mosel. Die Brücke war die Keimzelle der am östlichen Ufer gelegenen Stadt. Ihr antiker Name Augusta Treverorum (= Augustusstadt der Treverer) deutet auf eine Gründung durch den Kaiser hin, der sich von 16 bis 13 v. Chr. in Gallien aufhielt. Dieser Zeitraum markiert zugleich den Beginn einer bis heute ununterbrochenen städtischen Besiedlung.

Die in den folgenden Jahrzehnten rasch wachsende Augusta Treverorum erhielt eine schachbrettartige Siedlungsstruktur. Zentrum des öffentlichen Lebens war das in der östlichen Verlängerung des Moselübergangs gelegene Forum. Die Stadt avancierte zum neuen Hauptort der Treverer, die sich nach einem letzten, blutig niedergeschlagenen Aufstand 70 n. Chr. endgültig in den römischen Herrschaftsverband einfügten, sich sprachlich und kulturell anpassten.

Text: Ralph Kießling
Literatur: Gabriele Clemens/Lukas Clemens: Geschichte der Stadt Trier, München 2007.

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