Park Nells Ländchen

Nutzgarten

Neben dem ästhetischen gliederte sich dem Park auch ein nützlicher Garten an. Mit Treibhäusern, Reben und Pfirsichbäumen, Oberhaupt allen Formen von Obst- und Spalierzucht war Nells Ländchen ein Mustergut für Gartenbau und Landwirtschaft. Noch heute sind Ökonomiegebäude und Gutstall erhalten. Stilgeschichtlich ist der Park, wie erwähnt, der frühromantisch sentimentalen Epoche zuzurechnen. Der klassische Landschaftsgarten englischen Stils entwickelte sich erst später zu seinem vollendeten Gestaltungsausdruck des Zeitempfindens.

Gutstall

Aus der Glanzzeit des Parks ist der Gutstall erhalten, der unter Verwendung von Abbruchmaterial des Stifts von St. Paulin mit zwei Kirchenfenstern und gotischem Portal als romantisches Parkmotiv gestaltet wurde. Die Verwendung dieser Materialien darf nicht verwundern, denn in England gehörten in damaligen Landschaftsgärten echte und künstliche Ruinen zu den beliebtesten dekorativen Accessoires. Heute wird das Gebäude als Überwinterungshaus für Kübelpflanzen genutzt und dient zugleich Ausstellungszwecken. Eine einmalige Rarität ist eine historische Steinsitzgruppe aus der Louis-Seize-Zeit, der Epoche markanter französischer Möbelkunst, dem Klassizismus in Deutschland in etwa entsprechend. Die 200 Jahre alten originalen Kunstwerke haben bis vor wenigen Jahren unter einem der gotischen Fenster viele Parkbesucher zur Rast eingeladen. Wegen ihres hohen Wertes sind sie im Gartenamt sichergestellt.

Mühlchen

Nimmt man sich Zeit, den Park ganz zu durchwandern, wird man zu dem verträumt unter Bäumen und hinter Buschwerk etwas versteckt liegenden Mühlchen geführt. Nicht nur Zierrat, sondern auch praktisch genutzt, war es mit seinem oberschlächtigen Wasserrad noch 1918 als Gutschrotmühle in Gebrauch. Ein Mühlstein aus Basaltlava, als Steintisch verwendet, erinnert noch an vergangene Zeiten. Auf ihm lastet anscheinend der Fluch, wohl nie in den Genuss verdienter Altersruhe zu kommen. Einmal wird er von Jugendlichen bewegt, die Mut und Kraft an ihm proben, andererseits von kräftigen, ordnungsliebenden Gärtnern immer wieder auf seinen Stammplatz gebracht.

Mächtige Bäume

Was den Park aber im Wesentlichen prägt sind seine mächtigen Bäume.
Leider hat der Krieg den alten Baumbestand empfindlich geschädigt. Aber die Gärtner werden ja nicht so schnell ungeduldig, wissend dass Pflanzen langsam wachsen und erst nach Jahren oder Jahrzehnten sichtbar wird, was man durch Neupflanzungen erreichen will. So lassen Zedern und Sumpfzypressen, Kaiserpaulownien und Ginkgobäume in fast fünfzig Jahren einen hoffnungsvollen stattlichen Zuwachs erkennen.

Rosenparterre

Auf der Grundlage eines kleinen Rosengartens der 60er Jahre ist 1982 ein großflächiges Rosenparterre erwachsen. In den Jahren der Entwicklung bis zum heutigen Tag bilden auf der Basis von etwa 400 Sorten 6000 Rosenbüsche eine märchenhafte Rosenlandschaft. Die zur Parkgrenze angehöhte Hügellandschaft fließt in sanft modellierter Erdbewegung in das flache Parkgelände über und wird im Hintergrund von dem klassischen Herrenhaus und Parkbäumen umschlossen.

Herrenhaus

Die Rosenbeete finden ihren Abschluss am Herrenhaus und binden die Freiterrasse eines höhergelegenen Parkcafés in kräftig rosa Farbtönen ein. Von dort aus hat man einen einmaligen Blick über die gepflegten Rasenflächen bis hin zum Weiher, aus dessen Mitte eine große Wasserfontäne ihre perlenden Wasserstrahlen vor dunkelgrünem Hintergrund kontrastreich emporschleudert und aufgescheuchte Wildenten ihre Spuren im Wasser ziehen.